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ext. Festplatte in Gehäuse einbauen

 

Es gibt für etliche Computer-Liebhaber, denen immer neue Möglichkeiten einfallen, ihren Computer zu benutzen, grundsätzlich dauernd Speicherplatzprobleme. Dies wurde seit ca. 5 Jahren (2003) mit externen Festplatten über USB gelöst. Das ist eine prima Sache, und meine alten externen Festplatten, die mir Rudi (“EDV-Nosseir”) besorgte, laufen noch heute (und zwar ständig!) einwandfrei! Damals wäre ich persönlich allerdings nie auf die Idee gekommen, mir das selber zusammenzubasteln. Da hatte ich bis vor kurzem auch keine Veranlassung dazu, da man ja ganz günstig irgendwelche Fertigsysteme kaufen kann. Doch wer mal auf die Idee kommen sollte, sich selber an die Sache dranzuwagen, für den habe ich hier eine spezielle eigene Gebrauchsanweisung, die vermutlich im Prinzip auch für andere Festplattengehäuse gilt.

Ich entschied mich für ein relativ teures Gehäuse, das im November 2008 von Amazon für 50 € vertickt wurde. Die Bewertungen waren ziemlich positiv. Die Festplatte wird gut gekühlt durch einen Lüfter. Trotzdem ist das Ding ziemlich leise. Man hört lediglich ein feines leises Surren.

Ein weiterer Vorteil dieses Gehäuses ist, daß sowohl USB (die 2. Buchse von links) als auch eSATA (= externes SATA) unterstützt wird (die 3. Buchse von links). Die erste Buchse von links ist für den Strom-Trafo.

Und hier ist meine neue Festplatte, eine Sata 500 GB “Seagate Barracuda”. Sie soll also nun in das Gehäuse rein. Es bleibt noch zu bemerken, daß alle PC-Festplatten, gleichgültig von welchem Hersteller und gleichgültig, welche Kapazität sie haben, offenbar normiert sind und gleiche Größe und gleiche Befestigungs-Arten haben.

Zunächst ist zu klären, daß meiner Ansicht nach das Grundprinzip dieses externen Festplatteneinbaus an jenen 4 Schraubenlöchern liegt, die man hier sieht: zwei rechts in der Mitte am Rand und zwei links in der Mitte am Rand. Offenbar handelt es sich um eine normierte Festplattenbefestigung, die nun in der Tat bei jenem externen Gehäuse von Antec benutzt wird. Intern (im Computer-Inneren) werden (in der Regel) die Festplatten an den langen Schmalseiten oben und unten an zwei der 3 ebenfalls normiert vorgesehenen Schraubenlöcher oben und unten befestigt (manchmal, wenn’s nicht anders geht, zur Not auch nur oben):

Der folgende kleine Schrauber-Trip zeigt die Lösung auf, wie bei Antec die Festplatte im Gehäuse befestigt wird.

Zunächst muß man das Gehäuse auf die Unterseite drehen (da wo die Füßchen zum Abstellen sind):

                        

Man sieht vorne in der Mitte eine schwarze Schraube im Gehäuse stecken:

Wenn diese Schraube heraus ist, kommt man an das Innere des Gehäuses heran.

       

Jetzt das Gehäuse wieder umdrehen, daß die Oberseite nach oben kommt. Man schiebt die obere Abdeckung ein kleines Stück nach hinten (von den Vorderanschlüssen weg) und kann sie dann abnehmen:

                   

Es offenbart sich schließlich das Innere. (Hier auf dem Foto ist dummerweise die Festplatte allerdings schon drin - da muß man jetzt mal tolerant drüber weg sehen).

Auf dem Bild unten sieht man vorne die Elektronik der Anschlüsse, in der Mitte den Lüfter und der weiße Rand ist eine Silikon-Unterlage für die Festplatte, um Vibrationen und Geräusche abzudämpfen. Dies ist übrigens eine positive Besonderheit des Antec-Festplattengehäuses. Weiterhin sieht man 4 Ausbuchtungen im Silikonstreifen mit 4 Löchern. Es sollte nach dem Eingangs Gesagten klar sein, daß hier irgendwie die 4 Befestigungsschrauben  für die Festplatte durch müssen. (Siehe oben die 4 Schrauben-Löcher in der Festplatte). - Aber wie?

Es handelt sich bei diesem Innenteil um einen herausnehmbaren Schlitten. Dann kann man von unten durch die 4 Löcher in den Silikonstreifen hindurch die 4 Schrauben an der Festplatte befestigen und anschließend den Schlitten wieder reinfahren. Doch wie geht das genau vor sich?

Natürlich ist dieser Schlitten wieder mit Schrauben befestigt.

Es gibt zwei Seitenschrauben, jeweils am Rand auf der Höhe des hinteren Silikonloches. Diese werden nun mit einem Schraubenzieher mit einer magnetisierten schwarzen Spitze herausgedreht:

Um  den Schlitten nun endgültig rausnehmen zu können, muß aber erst noch das 2er-Kabel (blau & weiß) für das Betriebs-Licht des Gehäuses vorsichtig abgezogen werden. Das heißt genauer: nicht an den Kabeln persönlich ziehen, sondern mit zwei Fingernägeln den oberen weißen Einsatz aus dem untern kleinen weißen Schacht rausziehen:

Nun kann man die gesamten Innereien aus der Unterschale herausnehmen. Doch vorher muß der Schlitten ein Stück nach hinten gedrückt werden, da ja noch die Anschlüsse der Elektronik aus dem Unterteil herausragen. Die Anschlüsse müssen also soweit nach hinten verschoben werden, daß sie nicht mehr vorne herausragen. Dann kann der ganze ‘Schlitten’ rausgenommen werden:

Somit steht also der Befestigung der Festplatte am Schlitten nix mehr im Weg. Bevor ich aber die Festplatte anpacke, greife ich erst mal beherzt an ein blankes Kupferrohr der Wasserleitung, um etwaige eigene statische Elektrizität zu entladen, die übrigens tatsächlich manchmal ziemlich heftig sein kann. Diese statische Elektrizität mit Elektronik in Berührung gebracht, kann Schäden an derselben verursachen - wie immer wieder seit meiner Anfangszeit als Computerbesitzer (also seit 1993) behauptet wird.

Hier kann man noch mal die 4 Schraubenlöcher der ausgepackten Festplatte bewundern. Sie muß also logischerweise mit dieser Seite auf die weißen Silikonstreifen gelegt werden:

Und zwar so herum, daß die güldenen Anschlüsse der Festplatte am Ende der Festplatten-Platine zu der Elektronik des Gehäuses weisen.

Die FP ist jetzt auf den Schlitten gelegt und der Festplattenanschluß links nähert sich dem Platinenanschluß des Gehäuses für die FP. (Aus dem Jumpergesteck mit den 4 Steckstiften - in der Mitte der FP - wurde der kleine Jumper mit Hilfe eines ganz feinen Feinmechaniker-Schraubenziehers entfernt, weil mein Computer diese Hochgeschwindigkeitsleistung der Seagate-FP, ohne jenen Jumper, unterstützt; der Jumper ist für ältere Mainboards):

Hier jetzt die umgekehrte Perspektive von der FP auf die Gehäuseplatine mit ihrem FP-Anschluß:

Man sieht auf dem unteren Bild, wie FP und Gehäuse-Anschluß  ineinander eingerastet sind:

Jetzt muß man das gesamte System vorsichtig umdrehen. Dabei die Festplatte fest an dem Schlitten festgedrückt halten, da die FP ja noch nicht befestigt ist, sondern lediglich an dem Anschluß der Gehäuseplatine hängt. Wenn man bei der Drehung nicht richtig zupackt, macht’s vielleicht “Knacks” und irgendwas ist dann definitiv kaputt.

Nach der Wende sieht man also die Rückseite des Schlittens mit seinen 4 sehr schön mit Silikon abgepolsterten Schraubenlöchern zur Befestigung der FP. Nebenbei sieht man auch noch das rot-schwarze Doppelkabel für den Ventilator-Strom.

In diese 4 Löcher schraubt man also 4 Schrauben. (Diese 4 Schrauben sind dem Paket extra beigelegt). Tatsächlich ist haargenau im Zentrum jedes dieser 4 Silikonlöcher das entsprechende Schraubenloch der Festplatte zu sehen. Man schraubt die 4 Schrauben bis zum Anschlag fest. Diesmal nehme ich einen etwas dickeren Schraubendreher, da mein Magnetschraubenzieher dafür etwas zu dünn ist und nicht richtig greift.

 

Wenn man nun den Schlitten mit der befestigten FP wieder in das Unterteil des Gehäuses einlegen will, ist darauf zu achten, daß das blau-weiße Doppelkabel richtig liegt. Das weiß-blaue Doppelkabel muß exakt in der vorgesehenen Leiterbahn liegen, erst dann legt man den Schlitten mitsamt Festplatte in das Gehäuse-Unterteil. Ansonsten paßt der Schlitten nicht mehr richtig in das Unterteil.

 

Nachdem man nun den Schlitten mit FP eingelegt hat und nach vorne in die Buchsen für die äußeren Anschlüsse geschoben hat, wird es Zeit, wieder das weiß-blaue Doppelkabel einzustecken, es geht übrigens nur eine Richtung zum Einstecken, wegen der kleinen Nut vorne am Stecker:

Jetzt muß der Schlitten noch am Unterteil des Gehäuses wieder vorsichtig festgeschraubt werden - und zwar mit dem Magnet-Schraubenzieher. Man muß nämlich achtpassen, daß die Schraube nicht runterfällt und irgendwo im Gehäuse verschwindet:

Jetzt noch den Deckel drauf schieben:

Zum Schluß auf die Unterseite drehen und die lange schwarze Schraube wieder reinschrauben:

                       

 

 

Fertig ist die Laube!

 

 

 

 

Hintere Eingänge eines Computers mit den roten e-Sata-Anschlüssen für externe Festplatten:

 

Es gibt jetzt noch 6 Sachen zu beachten.

1. Man kann nicht gleichzeitig im USB- und im e-Sata-Betrieb arbeiten. Keine Ahnung was dann passiert, wenn man es trotzdem macht. Vielleicht geht die FP im Eimer oder das Gehäuse oder der Computer oder es passiert gar nix.

2. Das eSata-Kabel läßt sich problemlos einstecken - man hört einen deutlichen Klick. Nicht jedoch läßt es sich problemlos wieder rausziehen! Man kann auch am Stecker nichts zusammendrücken, wie das bei den internen Sata-Kabeln ist. Man muß offenbar den Stecker mal vorsichtig nach links bewegen und dann wieder vorsichtig nach rechts  - und plötzlich hat man ihn in der Hand. Geradliniges  (gewaltsames) Rausrupfen würde den Stecker aller Vermutung nach kaputtmachen - mit etwaigen verheerenden Folgen für die Festplatte, nämlich dann, wenn ein nicht festsitzender (weil kaputter) Stecker irgendwann sich lockert und den Datenstrom im laufenden Betrieb unterbrechen sollte.

3. Man muß - im Gegensatz zum USB-Verfahren - die Platte zusammen mit dem Computer hochfahren, sonst läßt sie sich in Windows nicht als Laufwerk anmelden. Sie kann also nicht zwischendrin, wenn der Computer schon hochgefahren ist, mal eingeschaltet werden und man hat in kurzer Zeit das externe Laufwerk parat.

4. Ich weiß nicht, was passiert, wenn man (aus Versehen) irgendwann mal die eSata Buchsen am Computer wechselt mit dem gleichen externen Laufwerk. Ich persönlich werde es erst mal bleiben lassen und mir die Steckbuchse merken. Wer weiß, was für neue Probleme dann auf einen zukommen.

5.  Wenn man eine funkelnagelneue Festplatte im externen Gehäuse hat, kann es sein, daß diese vom Windows-Explorer nicht als neues Laufwerk aufgeführt wird. Dann muß sie erst formatiert werden. Wie verfährt man da?

Systemsteuerung > Verwaltung > Computerverwaltung > Datenträgerverwaltung.

Hier sind dann auf der rechten Seite des Fensters alle “Datenträger”, sprich Festplatten, aufgeführt - von 0 angefangen (die Systemfestplatte). Wenn man jetzt den neuen Datenträger (unten rechts) sich vorknöpft (er ist normalerweise tatsächlich hier aufgeführt), muß man ihm einen bisher noch nicht  verwendeten Laufwerks-Namen geben (z.B. “E”), vielleicht will man ihn noch in mehrere logische Laufwerke partitionieren, dann aber umgekehrt: erst die Partitionen angeben, dann die Namen. Schließlich kann dann der gesamte Datenträger (bzw. die einzelnen Partitionen)  formatiert werden. Bei einer ganz neuen FP reicht m.E. die schnelle Formatierung. Die gründliche Formatierung impliziert - glaube ich - noch eine Festplatten-Überprüfung auf etwaige Fehler - und das kann dauern!

6. Man sieht oben bei den Punkten 2,3,4 diverse Nachteile der eSata-Geschichte gegenüber dem klassischen USB-Betrieb. Dem steht jedoch ein gewaltiger Vorteil gegenüber: Die externe Sata Festplatte ist - ganz im Gegensatz zu ihrer lahmen USB-Schwester - praktisch genauso schnell wie wenn sie intern eingebaut wäre. Es handelt sich also bei der externen Sata-Platte, was ihre Geschwindigkeit der Dateiübertragung angeht, um eine vollgültige Festplatte! Der einzige Nachteil ist, wenn der Computer im Standby-Betrieb (also ansonsten abgeschaltet) ist, so sind seine Festplatten und Lüfter abgestellt, nicht jedoch die externe Festplatte mit ihrem Lüfter. Das ist aber auch bei USB der Fall, es sei denn man hat so nervige Dinger, die ständig ruhen und erst umständlich, wenn man sie mal braucht, ganz langsam und begriffsstutzig, in Fahrt kommen. Wie jemand, den man erst aus dem Tiefschlaf aufwecken muß, wenn Alarm ist.

 

 

 

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