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komplizierte Lampe

September 2010

 

Ich hatte schon vor etlichen Jahren (2001) eine relativ teure Halogendeckenleuchte von “Bopp” im Schlafzimmerraum unserer teilmöbliert vermieteten Wohnung installiert.

 

Vor einiger Zeit gab es allerdings Probleme damit. Die Lampe hat (unüblicherweise) eine Feinsicherung, die nun, weiß der Teufel warum, nach etlichen Jahren Problemlosigkeit plötzlich durchgebrannt war. Der Kasus Knacktus war allerdings: die Sicherung war nicht einfach auszutauschen, man bekam die alte Sicherung nicht mehr heraus. Später wurde klar warum: die Halterung war in das kleine weiße Sicherungsgehäuse eingebrannt und dadurch innen festgebappt (rechts sieht man die Einbrennstelle):

 

Hier unten sieht man das Einsteckteil (die Halterung) mit der Feinsicherung, das in jenes kleine Sicherungsgehäuse eingesteckt wird. Die Funktionsweise ist ganz einfach: in dem Glasgehäuse der Sicherung befindet sich ein Draht, der den Strom von links nach rechts leitet. Sobald der Draht der Sicherung durchgebrannt ist (wg. Überhitzung) kann kein Strom mehr fließen. Man sieht (bei gutem Willen) im oberen Bild links von dem weißen Sicherungsgehäuse die braune Ader des ankommenden Stroms und rechts davon die braune Ader des abgehenden Stroms. Die Metallteile der Sicherung (unteres Bild) haben Kontakt mit den Metallteilen innen links und rechts des Sicherungsgehäuses (oberes Bild).

 

Erst nachdem die Lampe vollständig abmontiert war und der Trafo der Lampe aufgeschraubt und die Sicherung samt Gehäuse herausgenommen wurde, konnte ich nach einigem vorsichtigen kräftigen Ziehen die Halterung aus dem Sicherungsgehäuse allmählich lockern und rausziehen. Die entsprechenden Feinsicherungen (nach Angabe: 830 mA träge,) konnte ich über Conrad als 5er Pack (5x20 0,8 A träge) relativ billig erstehen. Im Gießener Elektro-Fachgeschäft bekam ich zwar ein Feinsicherungs-Gehäuse samt Halterung, jedoch paßte jene Sicherungshalterung nicht in das Loch der metallenen Trafo-Außenwand. Da gäbe es erst mal nur zwei Lösungen: a) sich die Kunststoff-Halterung entsprechend versuchen zurechtzuschnitzen oder b) sich das Loch im Metall zu erweitern. Es gibt seit Neuestem ein diesbezügliches interessantes Gerät von Bosch (Bosch PMF 180 E Multi Universal Set 23-teilig) wo man auch u.a. ein extra Metall-Säge-Teil anschließen kann. - Doch glücklicherweise klappte es ja noch mit dem alten Sicherungsgehäuse samt Halterung.

 

 

Der Mieter, dem das Malheur passierte, wollte sich um die Lampe kümmern. Ich traute ihm elektromäßig einiges zu. Allerdings ist er an der Lampe gescheitert und er hat mir noch ein paar zusätzliche neue Probleme mit der Lampe beschert - seiner endgültigen Ansicht nach war der Trafo hinüber (das käme öfters vor). Es muß ihm unter anderem wohl der ganze schwere Trafo auf den Boden geknallt sein, denn anders kann ich mir jene Klebestelle nicht erklären, die er jedoch vorzüglich hingekriegt hat:

 

Da ich jener Klebestelle dennoch nicht dauerhaft über den Weg traue, habe ich zusätzlich noch die Lampe über Haken an der Decke mit Draht abgesichert (gottseidank gibt es jenes elegante Holzbrett), damit der schwere Trafo nicht plötzlich jemand auf den Kopf knallt; auch ist dieses Einhaken der beiden Löcher (links und rechts im schwarzen Trafo-Deckel) in zwei Decken-Schrauben sowieso eine ziemlich wackelige und meiner Ansicht nach kritische Angelegenheit. Vermutlich nicht umsonst ist dem Mieter der Trafo runtergefallen!

Hier sieht man nun die endgültige Lösung mit Hilfe der Drahtkonstruktion (schwarzer 1,5er fester Elektrodraht), jetzt kann nur noch bei extremer Unvorsichtigkeit was passieren!

 

 

Ein anderes Problem, das der Mieter neu erzeugte, war ein abgebrochener Stift. Diese Stifte sind an den Metallrohren festgelötet. Doch der Stift (dort wo jetzt im Bild oben die Schraube herausragt), war abgebrochen. So sieht der Stift aus:

Hier sieht man rechts jenen abgebrochenen Silber-Stift in der Stromzuführung durch den Transformator an die Halogenlampen - diese Stelle hat also quasi eine strategische Funktion für die gesamte Lampe (der schwarze Stift bei den Schrauben hat lediglich eine mechanische Funktion für das Lampen-Rohr, daß es nicht wegkann). Die silberne Ummantelung des Stiftes ist nicht-leitend, während der innere dunkle Metallkern leitend ist.

 

Mit jenen festgelöteten Stiften sind die Rohre der gesamten Lampe bestückt. Wenn einer davon abgebrochen ist, hat Houston 1 Problem! Erst recht an dieser strategisch entscheidenden Stelle der Stromzufuhr.

Man sieht bei diesem unteren Bild das Rohr im Vordergrund mit dem intakten silberfarbigen Stift und das Rohr im Hintergrund mit der gegenüberliegenden Abbruchstelle. Die Stifte werden vor allem dazu benutzt, die Lampen (rechts ist eine Lampe) zwischen den beiden (schließlich) parallelen Rohren zu befestigen. Die gegenüberliegenden Stifte kommen in die beiden kleinen schwarzen Röhrchen rechts und links der Lampe. - Das ist schon echt gut durchkonstruiert - nur durchschauen muß man es halt.

 

Nun hatte ich also mein privates Houston-Problem mit dieser Lampe. Nämlich wie kriege ich diese zum Leuchten? Es hatte einige Versuche gekostet, zu kapieren, daß weder jene Stifte (lediglich deren Ende) noch die Metallrohre elektrisch leitend sind. Doch in dem Metallrohr, da wo der Stift drinsteckt ist das Rohr elektrisch leitend. - Ich will es kurz machen: erstens war nur über das Loch der Stromzuführung vom Trafo (siehe Bild weiter oben) eine elektrische Leitung herzustellen. Zweitens war nur jene Lötstelle, wo der Stift abgebrochen war zum elektrischen Leiten (zum Weiterleiten des Stroms in die Lampe) geeignet. Folglich mußte ich beide Leitmöglichkeiten geschickt miteinander verknüpfen. Das gelang mir folgendermaßen:

Die herausragende Schraube stellt den Kontakt zur Stromzuführung her, indem sie bis zum Anschlag in dem Inneren des Stromzuleitungsrohrs steckt. (Die Maschinenschraube hat einen etwas kleineren Durchmesser als das Loch). Das obere Rohr der rechten Lampe hat jene abgebrochene Stelle, die man links neben der Maschinenschraube als kleinen Hubbel sieht. Der abgebrochene Silberstift müßte von Rechts wegen mit jener Stromzuführung verbunden werden, durch Reinstecken - wenn er denn nicht abgebrochen wäre. Dieser Hubbel der Abbruchstelle ruht auf Unterlegscheiben (verbunden mit der Maschinenschraube), die so angebracht sind, daß der Hubbel auch wirklich Kontakt mit ihnen aufnimmt. - Und siehe: Die Lampe leuchtet!

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Eine spezielle Heimtücke dieser an und für sich großartigen Lampe besteht darin, daß die Halogenbirnchen sinnvollerweise mit Wurmschrauben an den zwei Lampen-Stiften seitlich festgezogen werden. Soweit gut und schön. Aber für diese Wurmschrauben braucht man einen Imbusschlüssel mit Durchmesser 1,5 mm. Die Idee ist wirklich gut. Aber wer hat den schon? Fakt ist, daß ich die Sache mit dem Imbusschlüssel auf die leichte Schulter nahm - und sie kurz nach der Installation schlicht vergessen hatte. Somit konnte ich bei den zwischenzeitlichen beiden Wohnungübergaben den jeweiligen Mietern auch keinen diesbezüglichen Hinweis geben. Der normale Heimwerker probiert doch (ohne jene Information) erst mal einen normalen kleinen Schraubenzieher (Schlitz oder Kreuzschlitz), der jedoch nicht funktioniert. Aber selbst wenn er beim Imbusschlüssel als nächste Lösung angekommen ist: Gewöhnlich fangen Imbusschlüssel-Sets bei 2 mm an. Soweit schon weniger gut und schön. Doch jetzt die eigentliche Heimtücke: 1,5 mm paßt trotzdem nicht: jedenfalls derjenige, den ich habe, dreht durch und bewegt keinen Wurm. Der mitgelieferte Imbus hat vielleicht 1,6 mm, der wiederum bewegt die Wurmschrauben gottseidank tatsächlich. Oder meiner hat nur 1,4 mm. Es sieht fast so aus, als wäre der mitgelieferte ein Unikat, speziell für jene Lampe - vielleicht weil 1,5 mm Imbusschlüssel generell unverläßlich sind. (Muß ich das jetzt unbedingt rauskriegen?) - Möglicherweise war dies das Problem für die durchgeknallte Sicherung in dem Trafo: wenn da jetzt einer, nachdem alle sonstigen friedlichen Lösungen gescheitert sind, mit roher Gewalt so ein Birnchen raushaben will (klappt aber natürlich nicht richtig) - und dann sind da unter der Hand irgendwelche Verbindungen zwischen Plus und Minus in der kaputten Birne hergestellt und jemand schaltet abends mal eben die Lampe an...dann geht die Lampe halt “plötzlich” nicht mehr. Insofern ist es ja ganz gut, daß der Trafo noch eine Sicherung hat. (Womöglich kennt die Firma Bopp ihre Boppenheimer?)

 

 

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Noch ein paar Worte zum Auf- und Abbau der Lampe, z.B. wenn man definitiv an den Trafo herankommen will - unten auf dem Tisch und nicht oben an der Decke.

Ich persönlich arbeite bei dieser ausufernden Lampe beim Auf- und Abbau grundsätzlich zusammen mit meiner Frau. Sie ist meine Assistentin - und wir benötigen deswegen zwei Stehleitern.

Ich beschreibe den Abbau, der Aufbau geht umgekehrt. Zunächst muß der linke Teil abgebaut werden:

Man muß als erstes das linke Rohrgestänge vorsichtig von dem Verbindungsstück ablösen. Das ist nicht schwierig, da die Rohrgestänge gutartig sind, d.h. halbwegs nachgiebig und elastisch. Hier, im unteren Bild, sieht man noch einmal deutlich das Verbindungstück zwischen den beiden Lampenteilen - es liefert gleichzeitig den Strom an das rechte Lampenteil, das nicht mit dem Trafo verbunden ist:

 

Hier sieht man auf dem unteren Bild deutlich die Halterung des linken Lampenteils. Die beiden Rohre der Lampe sind einfach darauf in Rinnen aufgeklemmt. (Natürlich ist es eine kleine Herausforderung, beim ursprünglichen Installieren, die richtige Position dieser Halterungen - es gibt ja 2 - an der Decke zu bestimmen).

 

Der Lampenteil rechts hat übrigens nur zwei Birnen. Insgesamt gibt es fünf, die zusammen nicht 150 Watt überschreiten dürfen. Am besten man nimmt einfach nur 20 Watt-Birnchen, denn 5 x 20 = 100. Da kann nix passieren. Offiziell ist die Lampe ausgelegt für 3 x 35 Watt + 2 x 20 Watt = 145 Watt.

Da die rechte Halterung ein unsicherer Kantonist ist (das obere Lampenrohr springt da gerne mal wieder raus, wenn man was an der Lampe macht, beispielsweise ein Birnchen austauschen), habe ich hier noch mal mit Draht zugeschlagen. Also, wenn man die Gesamt-Lampe abbaut, muß man, wie schon gesagt, erst die linke Lampe entfernen, dann die rechte. Zu diesem Behufe muß man aber erst mal meinen Draht bei der rechten Halterung lösen:

Jetzt zum Trafo selber: man muß die Drähte zu den Deckenhaken bei dem Trafo enthaken und diesen gleichzeitig schön fest halten und dann den Trafo (durch vorsichtiges probierendes Drehen) lösen. Man sollte auch dabei unbedingt zu zweit sein (mit 2 Stehleitern), einer hält den (schweren) Trafo, der oder die andere löst sodann die Verbindung zum braunen Stromverteiler. Dann hat man endlich den Trafo frei zur Verfügung. Natürlich ist dabei immer der Strom vom Zählerkasten oder vom Schalter zur Lampe ausgeschaltet!! (Unbedingt alles doppelt und dreifach kontrollieren!!).

Auf dem oberen Bild sieht man den Trafo und im Hintergrund links die runde braune kleine Stromverteilerdose, wo das schwarze Kabel reingeht. Man kann sie problemlos mit der Hand aufdrehen, sie hat ein Gewinde. Die beiden Adern der Lampe habe ich innen in der Verteilerdose direkt hinter dem Eingangsloch der beiden Lampen-Adern vorsichtshalber noch mal mit Klemmen fixiert, daß hier noch 1 letzter Halt für alle Fälle besteht - aus Sicherheitsgründen.

 

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Anmerkung 2012

 

Nachdem ich die Lampe aus Versehen mal über Nacht anließ, war sie am nächsten Tag aus - und nicht mehr anzukriegen. Vermutlich Trafo defekt. Da ich nun die Schnauze endgültig voll hatte von dem teuren Scheißding, habe ich sie sodann schnellstens entsorgt. Aus dem Trafo hab ich mir dann noch den Kupferdraht gesichert.

 

 

 

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